Um diese Jahreszeit stecken wohl die meisten Händler und Markenhersteller mitten im Weihnachtsstress – genau wie die zahllosen Verbraucher, die noch schnell Geschenke für Familie und Freunde besorgen müssen. Zugleich ist es aber wieder an der Zeit, sich ein paar Gedanken über das „große Ganze“ zu machen. Was konnten wir dieses Jahr im E-Commerce beobachten und lernen? Welche Schlüsse ziehen wir daraus für 2022?

Wichtige Lektionen

Wir alle wissen, welche Auswirkungen die Pandemie in den letzten beiden Jahren auf die Absatzzahlen im Einzelhandel und die Consumer Journey hatte. 

Die Akzeptanz von Online-Shopping-Optionen hat im Zuge der Covid-Krise rasant zugenommen. Massive Investitionen in E-Commerce-Infrastrukturen, allen voran durch Amazon, ließen deshalb nicht lange auf sich warten. Der Marktplatz-Gigant investierte zuletzt Milliarden US-Dollar in seine Fulfillment-Kapazitäten – errichtete zum Beispiel neue Lagerhäuser und baute den Transport aus.

Dank der Kapazitätssteigerungen stehen Käufern heute mehr Versandoptionen zur Auswahl, z. B. die Lieferung bis zur Bordsteinkante, die „Jetzt kaufen, später abholen“-Option oder die Möglichkeit zur Wahl kürzerer Lieferzeiten. 

Parallel zu dieser Entwicklung hat die Pandemie allerdings auch Lieferketten weltweit unter Druck gesetzt. Die Lagerverfügbarkeit wirkt sich auf alle Bereiche des Einzelhandels aus, insbesondere auf den Versand. Die bestehenden Schwierigkeiten werden Marken und Händler wohl noch bis weit ins kommende Jahr begleiten. In einigen Kategorien könnten sie die Verkaufszahlen messbar beeinträchtigen.

Trends für 2022

Dass sich der elektronische Handel immer weiter beschleunigt, ist für Händler kein Geheimnis mehr. Amazon geht voran und zeigt, wie Investitionen in Retail Media das Wachstum befeuern können. Andere Händler wie Walgreens und CVS ziehen nach – und arbeiten am Launch eigener Retail-Media-Märkte.

Darüber hinaus spielt E-Commerce auch auf Social-Plattformen schon seit geraumer Zeit eine immer größere Rolle. Gerade auf Mobilgeräten sind hier inzwischen reibungslose Einkaufserfahrungen möglich. Nutzern werden Werbeanzeigen auf Basis ihrer Interessen angezeigt, und mit nur einem Klick können sie (fast) schon bestellen. Diese mühelosen Transaktionen gibt es bei Instagram und seit Kurzem auch auf TikTok. 

Während Social-Media-Plattformen Nutzer und ihre Aktivitäten tracken, verschärfen sich die Auseinandersetzungen um Datenschutz und Regulierung. Die Verbreitung und der Tracking-Nutzen von Cookies etwa gehen seit der Einführung von Datenschutztechnologien wie ITP, ATT und IDFA wieder leicht zurück. Die zunehmende Akzeptanz dieser Technologien und mögliche weitere Regulierungen und Gesetze werden Marketer zu weiteren Anpassungen zwingen. Je mehr „traditionelle“ Methoden zum Targeting, Tracking und zur Auswertung von Anzeigenkampagnen obsolet werden, desto stärker müssen sich Unternehmen auf neue Innovationen fokussieren, um nicht den Draht zum Kunden zu verlieren. 

Erfolgsstrategien

Also, wo also sollten Sie anfangen? Analysieren Sie zunächst, wie gut Ihr E-Commerce-Geschäft ausgerichtet ist. Wie ist ihr Digital Shelf bestückt? Nutzen Sie wirklich den bestmöglichen Produkt-Content? Wie werden Ihre Produkte in Szene gesetzt? Sind Ihre Preise konkurrenzfähig?

Einige Strategien dürften im kommenden Jahr besonders wichtig werden:

Seien Sie überall. Verbraucher shoppen heute auf den verschiedensten Seiten und vergleichen ihre Optionen sehr gründlich. Da gilt es, überall dort präsent zu sein, wo auch die Kunden sind oder Werbung ansehen. Sprich auf Amazon, eBay, Social-Media-Plattformen und anderen Online-Angeboten. Analysieren Sie, wie Ihr Unternehmen derzeit Konsumenten adressiert, und schließen Sie die Lücken.

Diversifizieren Sie Ihren Ansatz. Diversifizierung hilft, langfristig erfolgreicher zu sein. Das gilt für Ihr Lieferantennetzwerk genauso wie für die Kanäle, Regionen und Länder, in denen Sie Produkte verkaufen. Und natürlich auch für Ihre Versandoptionen. Bei der Expansion auf neuen Kanälen sollten Sie die Kosten der Kundengewinnung berücksichtigen. Überlegen Sie, welche Werbekosten auf potenziellen neuen Kanälen auf Sie zukommen. Welche Strategie haben Sie für die Expansion – und haben Sie das entsprechende Budget dafür? 

Rücken Sie das Fulfillment in den Fokus. Die letzte Meile ist inzwischen hart umkämpft: Anbieter umwerben ihre Kunden mit neuen Optionen wie verkürzten Lieferzeiten, Gratislieferungen und „Jetzt kaufen, später abholen“-Bestellungen. Das zeigt, wie wichtig gerade auch der Versand für die Consumer Journey ist. Versuchen Sie, sich hier von der Konkurrenz abzuheben, und ermöglichen Sie Kunden, Ihre Produkte zu kaufen, wann und wie sie es wünschen.

Welche Entwicklungen werden den E-Commerce 2022 darüber hinaus prägen? Hier erfahren Sie von Link Walls, Vice President of Digital Marketing Strategy bei Rithum, welche Erkenntnisse wir dieses Jahr gewinnen konnten und welche Maßnahmen wir für ein erfolgreiches 2022 planen.